Da bei der Mostprobe die Geschmacksorgane
Zunge und Nase wichtig sind, sollte folgendes beachtet werden:
1.
Vor und während der Mostprobe sollte nicht geraucht werden.
2. Der Most sollte richtig temperiert sein.
3. Keine scharfen oder geschmacksintensiven Speisen direkt vor oder
während der Mostprobe einnehmen.
(Streich- oder Schimmelkäse, scharfe Salami etc. verkelben unser
Zunge und dämpfen unseren Geschmackssinn)
4. Neutralisieren Sie den Gaumen zwischen den einzelnen Proben mit Wasser
und/oder einem frischen Stück Weißbrot.
5. Teilen sie die Moste in einzelne Sortenklassen (Apfel, Birne, Apfel/Birne,
Sonstige Mischungen) ein.
(Subjektive Reihenfolge: Apfel, Apfel/Birne, Birne, Sonstige)
6.
Um sich auf den Mostgeschmack einzutrinken, ist es ratsam einen "Vesper-Most"
ohne Bewertung
im Voraus zu servieren und dann mit der eigentlichen Probe zu beginnen.
Wenn
der erste Most im Glas ist, begutachten Sie zuerst seine Farbe.
Birnenmöste sind wesentlich heller als Apfelmöste, die mehr
goldfarbene Töne aufweisen.
Die Farbe sollte aber nicht dunkler als Apfelsaft sein.
Dies ist meist ein Zeichen für einen "zähen Most".
Achten
Sie dann auf die Klarheit des Mostes.
Danach riechen Sie den Most; durch leichtes schwenken im Glas entfalten
sich die Duftkomponenten.
( Auf keinen Fall sollten Sie einen Essiggeruch wahrnehmen)
Im Gegensatz zur differenzierten Geruchswahrnehmung
schmeckt die Zunge lediglich vier Geschmacksrichtungen:
süß, sauer, salzig und bitter.
Was wir im Allgemeinen unter Geschmack wahrnehmen,
ist also in Wahrheit eine Mischung zwischen Riechen und Schmecken.
Um trotzdem einen möglichst intensiven Geschmackseindruck zu bekommen,
sollte man den ersten Schluck so gleichmäßig wie möglich
über der Zunge verteilen und gleichzeitig etwas Luft einziehen,
damit der erhöhte Luftstrom die Aromastoffe in die Nase transportiert
und die Geruchskomponenten beim Schmecken intensiviert werden.
Am besten gelingt dies durch regelrechtes Schlürfen kleiner Mengen.
Beim ersten Probieren entscheidet sich zunächst,
welcher Geschmack bei einem Most am intensivsten empfunden wird.
Allerdings treten die Geschmacksempfindungen im Mund zeitlich versetzt
auf,
sodass zuerst Süße und erst wenige Sekunden später Säure
empfunden wird.
Der Geschmack nach dem Herunterschlucken (Nachklang/Nachgeschmack, der
so genannte „Abgang“)
verrät übrigens viel über die Qualität. Ist dieser
frisch und sauber, so ist das ein Zeichen für einen guten Most.
Nach
jedem Most sollte etwas Wasser getrunken werden
um den Geschmack wieder zu reaktivieren,
deshalb sollten jedem Teilnehmer mehrer Gläser (mind. 3) zur Verfügung
stehen.
Dann
kann auch der aktuellen Most mit dem Vorgänger verglichen werden.