9. Bergles – Mostprobe beim SSV Steinach-Reichenbach

Zweijährige Moste überbrücken Obstengpaß

Rar war der Apfel- und Birnenertrag des vorigen Jahres. Wohl dem der nach dem Superertrag in 2000 schon auf die Schonung der Bäume spekuliert hatte und um Vorrat zu schaffen genug „Milleniumsmost“ in die Fässern gebracht hatte.
Somit waren erstmals drei 2-jährige Moste dabei.

Als Überraschungsmost konnte Karl-Heinz Heckeler vom Erlenhof eine Besonderheit vorstellen. Einen reinen Bittenfelder aus dem Jahr 2000, welcher durch Absinken der Kellertemperatur unter 10C in der Gärung gestoppt und daher eine sehr hohe Restsüße hatte. Die erste Vermutung er hätte den Most mit süssem Apfelsaft gemischt fand so ihre Erklärung.

Konrad Jeutter stellte einen 2-jährigen Bittenfelder und Gerhard Schäfer einen 2-jährigen Wolfsbirnenmost vor. Beide lagen in ihrer Geschmacksrichtung natürlich weit auseinander, aber das ist ja das reizvolle.

Die Wolfsbirne ist eine reine Mostbirne, klein und hart. Sie ergibt einen Most mit hoher Qualität und bis zu 9% Alkohol, welcher früher zur Verbesserung des recht sauren Weines der Berglen verwendet wurde.

Zum Vesper gab es einen 2001er, klassischen gemischten Apfelmost Most aus Eugen Oberers Keller in Steinach. Er hatte genügend Ertrag, da er viele Streuobstwiesen für andere Besitzer mäht und als Belohnung auch das Obst erhält.

Paul Hahn aus Rettersburg nimmt 90% Äpfel und 10 % Birnen um den Gaumen zu verwöhnen. Er ist übrigens der einzige Mostler welcher bei allen 9 Mostproben mit bisher 13 Mosten vertreten war.

Thomas Schäfer stellte seinen Graubirnenmost aus Weißbuch vor. Diese Birne ist sehr süß, was dem Most seine lieblich, süffige Note gibt.

Der rote Most mit Trollinger Einschlag von Gerhard Schäfer aus Birkenweißbuch und ein gehaltvoller, süßer Quittenwein von Thomas Wilhelm aus Rettersburg nach Omas Rezept hergestellt, schlossen die 9. Bergles Mostprobe ab.

Erfreulich, daß mit Karl-Heinz Heckeler und Thomas Wilhelm zwei „Nachwuchsmostler“ mit dabei waren. Also stirbt der Most in den Berglen nicht so schnell aus.

Rückblickend kann gesagt werden, das Niveau und die Qualität des Mosts zeigte ein extrem breites Spektrum. Die 2-jährigen Moste im Vergleich zu dem jungen Mosten und den verschiedenen Experimenten ergab viele Geschmacksnuancen. Für jeden und jede war etwas dabei.

Gute Stimmung und beste Unterhaltung kam bei den spontan witzigen und „knitzen“ Beiträgen der Mostler sowie Hermann Fricks schwäbischen Gedichten auf.

Hilde mit ihrem Schifferklavier lud zum Mitsingen und Mitschunkeln ein und gab einige Geschichten aus ihren 83-jährigen Leben zum Besten.

Insgesamt war der Mostbesen ein heiterer, schwäbischer Abend, durch das Programm führte wie gewohnt bei Themen rund um den Most Diethard Fohr.

Vielen Dank an alle „Mostler“ für Ihren guten Tropfen und die humorvollen Erläuterungen, Hermann Frick für seine auflockernden schwäbischen Beiträge und dem Team Helga Walter, Änne Wirth, Birgit Fohr und Rudolf Härer für die bekannt gute Bewirtung

Einschenken und dann genüsslich über d Zong hopfa lau – so genießt man Most

 

Mehr Informationen bei

Diethard Fohr
Königsberger Ring 24
71364 Winnenden
Tel. 07195/64322